Einen wunderschönen guten Morgen!
Nur fünf Tage nach dem Rosenheimer Herbstfest wurde gestern das Oktoberfest in München, Punkt 12 Uhr mittags eröffnet. Bis zum 5. Oktober ist Ausnahmezustand in unserer Landeshauptstadt. Seit 1810 hat sich die Münchner Wies‚n zum größten Volksfest der Welt entwickelt, wird oft kopiert, doch das Original ist einzigartig und zieht jährlich Millionen Besucher an. Gestern zur Eröffnung optimale Bedingungen bei Sonnenschein und 30 Grad – möchte man meinen. Sonne und Hitze klingt eigentlich perfekt, doch die Temperaturen machte den Besuchern zu schaffen und viele hatten gesundheitliche Probleme. Mehr als 300 Einsätze verbuchte die Ambulanz schon am Nachmittag. Der Andrang in den Bierhochburgen war so gross, dass bereits um 16 Uhr einige Zelte die Toren schliessen mussten. Abends konnte ich in der Presse lesen – offiziell der heisseste Tag mit 30,7 Grad jemals auf dem Oktoberfest
Bereits das erste Oktoberfest war ein Fest für das Volk, das bayerische Königshaus feierte Hochzeit und die Bürger sollten auch ihren Spaß haben. Am 17. Oktober 1810 heiraten Kronprinz Ludwig von Bayern und Prinzessin Therese von Sachsen. Die Feierlichkeiten dauerten 5 Tage mit Paraden, Darbietungen, einem Pferderennen und Musik. Mit Essen und Trinken wurde ausgelassen gefeiert, sodass auch in den Folgejahren vergleichbare Feste ausgerichtet wurden. Die Festwiese wurde nach der Braut genannt und noch heute wird das Arenal „Theresien Wiese“ genannt. Bis auf wenige Unterbrechungen, aufgrund von Krieg und Seuchen findet nun jährlich die Wies‚s statt. Zunächst standen noch Pferderennen und landwirtschaftliche Ausstellungen im Vordergrund, später nach und nach zum heutigen Oktoberfest mit Weltruf.
Die nächsten zwei Wochen sitzen nun unterschiedliche Nationen – der Banker neben dem Punker, die Oma zwischen den Trachtlern und der eingefleischte CSUler neben einem Politiker der Grünen auf den Bierbänken. Mit dem Masskrug in der Hand schunkelt der Ostfriese mit dem Italiener und der Münchner mit dem Australier – kurz Multikulti in München. Erklären kann man das Oktoberfest nicht, man muss die Wiesn einfach selbst erleben, um den Reiz und Charme zu verstehen. 14 große Bierzelte gibt es auf dem Oktoberfest, dazu kommen noch die Kleinen und die, die auf der Oidn Wies‚s stehen. In einigen Zelten wird noch nach Tradition gefeiert, wie zum Beispiel im Augustiner Zelt, Partystimmung dagegen im Paulaner und es gibt noch die Luxus-Variante beim Käfer.
Im Sommer werden die Bierpreise veröffentlicht und so mancher meint dann – da geh’ ich nimmer hin. Heuer liegt die Maß zwischen 14,50 und 15,80 Euro und was das Bier kostet entscheiden die Wies‚n Wirte. Für ein halbes Hendl muss man etwa 17 bis 24 Euro zahlen und für einen Schweinebraten mit Knödl zwischen 24 und 38 Euro. Na, dann guten Appetit. Das Oktoberfest hat seine eigenen Gesetze, ganz besonders was die Preise betrifft. Sicher ist nur – jedes Jahr müssen die Besucher tiefer in die Tasche greifen – ganz gleich ob Wasser, Bier, Limo oder Leberkäse. Wer es ganz exklusiv mag, bestellt sich ein Steak mit schwarzem Trüffel für 229 Euro oder eine gegrillte Gans im Reindl für 269 Euro (soll aber für 4 Personen reichen). Wer jetzt noch keinen Tisch für Abends reserviert hat, hat meist Pech und oft werden die Zelte bereits um 18 Uhr wegen Überfüllung geschlossen. Größere Chancen hat man um die Mittagszeit oder am frühen Nachmittag, bei schönem Wetter gerne draußen in den Biergärten. Gestern war in München, bzw. ganz Bayern Bilderbuch-Wetter mit Temperaturen von über 30 Grad und auch heute wird die Sonne, über dem weiß-blauen Himmel scheinen – perfekt für einen Besuch zum Oktoberfest.
Wünsche euch einen schönen Sonntag – mit oder ohne Wies`n und bleibt gesund!